Payback im Test: Lohnt sich das Punktesammeln überhaupt?

Rund 26 Millionen Mitglieder in Deutschland nutzen das Bonusprogramm Payback. Doch lohnt sich die Mühe auch? Oder zahlen die Verbraucher für die Offenlegung ihres Konsumverhaltens einen viel zu hohen Preis?

In Verbrauchermagazinen im Fernsehen kommen Bonusprogramme wie Payback selten gut weg. Der Vorwurf der TV-Redakteure: Mit Payback sichert man sich nur einen minimalen Rabatt, wird gleichzeitig für die Händler aber zum gläsernen Kunden, der fortan mit zielgerichteter Werbung bombardiert werden kann. Doch stimmt das auch?

Unterstützt wird die Anti-Payback-These durch Testeinkäufe bei einem Payback-Partner. Gerne wird dabei eine Familie bei einem Großeinkauf begleitet. Die zahlt für den wöchentlichen Einkauf bei real an der Kasse 200 Euro. Zücken sie dabei ihre Payback-Karte, kassieren sie dafür 100 Punkte.

Welcher Rabatt ist mit Payback beim Einkauf möglich?

Schaut man sich auf der Payback-Website um oder informiert man sich an einem Payback-Terminal in einer Partnerfiliale, wird schnell klar: Viel wert sind diese 100 Punkte nicht – nämlich exakt 1 Euro. Das entspricht also bei Einkauf in Höhe von 200 Euro einem Effektiv-Rabatt von mickrigen 0,5 Prozent. Ergo: Payback lohnt sich nicht!

Erfahrene Payback-Sammler werden bei solchen Tests in Zeitungen und TV-Sendungen nur mitleidig lächeln: Wer seine Payback-Karte auf diese Weise einsetzt, kann es tatsächlich direkt lassen. Richtiges Punktesammeln geht nämlich anders!

Was in den Verbrauchertests gerne unterschlagen wird: Payback bietet seinen Mitgliedern regelmäßig unzählige Coupuns an, mit denen man jede Menge Extra-Punkte sammeln kann. Diese Coupons werden per Post zugeschickt sowie online auf der Payback-Website und in der kostenlosen Smartphone-App von Payback bereitgestellt. Zeigt man den Papier-Coupon beim Einkauf vor beziehungsweise aktiviert man mit einem Klick den entsprechenden Digital-Coupon, regnet es beim Bezahlen Extra-Punkte.

Extra-Coupons machen das Punktesammeln attraktiv

Nehmen wir als Beispiel eine Aktion von real im Oktober 2017: Hier bekommen Payback-Kunden für ihren Wocheneinkauf 1.000 Punkte extra gut geschrieben, wenn sie für mindestens 100 Euro einkaufen. Durch diesen Coupon würde die Testfamilie im TV also mit einer Payback-Karte nicht nur umgerechnet 1 Euro, sondern 11 Euro sparen. Das ist eine Ersparnis von 5,5 Prozent. Prozentual noch höher wäre die Ersparnis, wenn man für exakt 100 Euro shoppt. Dann nämlich spart man 10,50 Euro – das sind 10,5 Prozent. Von Peanuts kann man bei solch einem Wert eigentlich nicht sprechen.

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Die gesammelten Payback-Punkte können Sie im Übrigen in Einkaufgutscheine bei den Payback-Partnern eintauschen, oder auch in Form von Bargeld auf Ihr Konto überweisen lassen. Sie haben keineswegs nur unattraktive Sachprämien zur Auswahl.

Lohnt sich Payback? Die Ergebnisse des Selbstversuchs:

Um wirklich zu ermitteln, wie viel Geld man mit Payback effektiv spart, darf man sich jedoch nicht nur einen einzelnen Supermarktbesuch herauspicken. Deutlich aussagekräftiger ist es, wenn man über einen längeren Zeitraum untersucht, wie viel Geld man durch das Punktesammeln gespart hat. Freundlicherweise hat Payback dem Autoren dieses Beitrags den Gefallen getan, diese Summe einmal exakt zu berechnen:

Payback Punkte Übersicht
121.563 gesammelte Payback-Punkte: Das entspricht einer Ersparnis von stolzen 1.215,63 Euro. Kein schlechter Wert, oder?

Die gesammelten Payback-Punkte entsprechen einem Geldwert von 1.215,63 Euro. Gesammelt wurden die Punkte in einem Zeitraum von fünf Jahren. Pro Jahr lag die Ersparnis durch Payback also im Schnitt bei 243,13 Euro!

Natürlich darf man sich von solch einem Betrag nicht blenden lassen. Payback verführt Sie als Kunden permanent: Erstens, möglichst nur dort einzukaufen, wo Sie Punkte sammeln können. Zweitens, das eigene Einkaufsverhalten so anzupassen, dass man möglichst viele Extra-Coupons nutzen kann.

Deshalb müssen Payback-Nutzer immer darauf achten, dass maximales Punktesammeln nicht mit maximaler Ersparnis gleichzusetzen ist. Heißt im Klartext: Kaufen Sie am besten immer so ein, als hätten Sie keine Payback-Karte. Heißt: Entscheiden Sie anhand der Kriterien Preise, Entfernung zum Markt und aktuelle Angebote, wo Sie einkaufen. Machen Sie die Auswahl nicht davon abhängig, wo Sie Punkte sammeln können.

Die besten Tipps für Payback-Sammler

Zusätzlich kennen erfahrene Payback-Nutzer einige Tricks, mit denen man das Punktekonto möglichst schnell in die Höhe schrauben kann.

  • Überprüfen Sie vor dem Bezahlen an der Kasse mit Ihrer Payback-App, ob Sie einen Extra-Coupon aktivieren können, mit dem Sie automatisch noch mehr Punkte sammeln.
  • Zeigen Sie Ihre Karte bei Payback-Partnern immer an der Kasse vor. Auch bei kleinen Beträgen.
  • Wechseln Sie von der normalen Payback-Karte zur kostenlosen American Express Payback-Karte, mit der Sie gleichzeitig punkten und bezahlen können. Mit dieser Karte punkten Sie bei jedem Einkauf – auch bei Nicht-Payback-Partnern!
  • Bezahlen Sie überall wo es möglich ist (Aldi, Amazon, Online-Reisebüros) mit Ihrer American Express Payback-Karte. So sammeln Sie auch bei Nicht-Payback-Partnern jede Menge Extra-Punkte.

Fazit

Die These, dass sich Payback nicht lohnt, stimmt nicht! Wer fleißig Extra-Coupons aktiviert und nutzt, kann im Schnitt zwischen 5 und 10 Prozent seiner Einkaufsumsätze sparen. Insbesondere bei Familien kommt im Laufe der Jahre mit Payback eine erkleckliche Einsparsumme zusammen.

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